Gastfamilie werden: Kosten, Pflichten & Vorteile (2026 Leitfaden)
Der Entschluss, Gastfamilie für ein Au Pair zu werden, ist weit mehr als eine organisatorische Frage der Kinderbetreuung. Es handelt sich um eine bewusste Entscheidung für kulturellen Austausch, interkulturelles Lernen und eine Erweiterung des familiären Horizonts.
Doch bevor Familien diesen Schritt gehen, stellen sich berechtigte Fragen:
Welche Kosten entstehen, wenn man Gastfamilie wird? Welche Pflichten sind mit einem Au Pair verbunden? Und lohnt sich das Modell langfristig?
Dieser Leitfaden gibt einen strukturierten Überblick über die finanziellen, rechtlichen und persönlichen Aspekte.
Welche Kosten entstehen, wenn man Gastfamilie wird?
Das Keyword „Gastfamilie werden Kosten“ gehört zu den meistgesuchten Begriffen in diesem Kontext – und tatsächlich ist Transparenz hier essenziell.
Grundsätzlich ist ein Au Pair keine günstige Ersatzlösung für eine professionelle Vollzeit-Kinderbetreuung, sondern ein kulturelles Austauschprogramm mit klar definierten Rahmenbedingungen.
1. Taschengeld
Gastfamilien zahlen ein monatliches Taschengeld. In Deutschland liegt dieses aktuell bei etwa 280–300 Euro pro Monat. In anderen Ländern variieren die Beträge entsprechend der gesetzlichen Vorgaben.
2. Unterkunft und Verpflegung
Ein Au Pair lebt als vollwertiges Familienmitglied im Haushalt. Das bedeutet:
- Eigenes, abschließbares Zimmer
- Zugang zu Bad und Gemeinschaftsräumen
- Vollständige Verpflegung
Die hier entstehenden Mehrkosten hängen stark von der Haushaltsstruktur ab.
3. Versicherungen
In allen Fällen ist die Krankenversicherung des Au Pairs verpflichtend durch die Gastfamilie zu tragen. Anbieter wie Dr. Walter und Co. haben passende Modelle wo die Versicherung im schnitt 38-52 Euro pro Monat kostet.
4. Sprachkurs
In Deutschland sind Gastfamilien verpflichtet, sich an einem Deutschkurs zu beteiligen (meist anteilig mit ca. 70 Euro monatlich).
5. Agentur- oder Vermittlungsgebühr
Wenn Familien ein Au Pair über eine seriöse Agentur wie Culture Bridge aufnehmen, fallen Vermittlungsgebühren an. Diese beinhalten:
- Prüfung und Auswahl geeigneter Kandidaten
- Unterstützung beim Matching-Prozess
- Beratung zu rechtlichen Rahmenbedingungen
- Betreuung während des gesamten Aufenthalts
Je nach Programm und Dauer variieren diese Gebühren.
Welche Pflichten hat eine Gastfamilie?
Wer Gastfamilie werden möchte, übernimmt nicht nur organisatorische, sondern auch rechtliche und pädagogische Verantwortung.
Arbeitszeitregelung
In Deutschland darf ein Au Pair maximal 30 Stunden pro Woche arbeiten, inklusive Babysitting. Klare Absprachen über Arbeitszeiten und Aufgaben sind unerlässlich.
Integration ins Familienleben
Ein Au Pair ist keine Angestellte im klassischen Sinn, sondern Teil eines kulturellen Austauschprogramms. Die Integration in das Familienleben ist ausdrücklich gewünscht.
Freizeit und Urlaub
Au Pairs haben Anspruch auf mindestens einen und ein halben (36 Stunden am Stück) freien Tag pro Woche sowie auf bezahlten Urlaub (bei einem Jahr Aufenthalt mindestens vier Wochen).
Sprachförderung
Die Förderung der Sprachentwicklung ist Teil des Programms. Familien sollten das Au Pair aktiv unterstützen, beispielsweise durch Gespräche und kulturelle Einbindung.
Welche Vorteile bietet es, Gastfamilie zu sein?
Neben organisatorischen Fragen lohnt sich ein Blick auf die langfristigen Vorteile.
- Interkultureller Mehrwert: Kinder wachsen mit einer zusätzlichen Sprache und kulturellen Perspektive auf. Dies fördert Offenheit, Toleranz und globale Kompetenz.
- Flexible Unterstützung im Alltag: Ein Au Pair kann flexibel bei der Kinderbetreuung helfen – besonders wertvoll für berufstätige Eltern mit wechselnden Arbeitszeiten.
- Persönliche Bereicherung: Viele Gastfamilien berichten von langfristigen Freundschaften, gegenseitigen Besuchen und einem erweiterten kulturellen Verständnis.
- Kosten-Nutzen-Verhältnis: Im Vergleich zu einer Vollzeit-Nanny oder einer Ganztagsbetreuung kann ein Au Pair – unter Berücksichtigung aller Kosten – eine wirtschaftlich attraktive Lösung darstellen, wenn gleichzeitig der kulturelle Austausch gewünscht ist.
Für wen eignet sich das Modell „Gastfamilie werden“?
Das Au Pair Modell eignet sich besonders für:
- Familien mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren
- Haushalte mit ausreichend Wohnraum
- Eltern, die kulturellen Austausch bewusst fördern möchten
- Familien mit Offenheit und klarer Kommunikationsstruktur
Wichtig ist eine realistische Erwartungshaltung: Ein Au Pair ersetzt keine professionelle Fachkraft, sondern ergänzt das Familienleben im Rahmen eines Austauschprogramms.
Fazit: Verantwortung trifft auf kulturelle Bereicherung
Gastfamilie werden bedeutet, Verantwortung zu übernehmen – finanziell, organisatorisch und zwischenmenschlich. Die entstehenden Kosten sind überschaubar, wenn man sie transparent kalkuliert. Gleichzeitig bietet das Modell einen erheblichen Mehrwert in Form von kulturellem Austausch, sprachlicher Förderung und flexibler Unterstützung im Alltag.
Familien, die Offenheit, Struktur und gegenseitigen Respekt mitbringen, profitieren langfristig sowohl organisatorisch als auch persönlich.
